Warum echte Charity keine Bühne braucht – und trotzdem gesehen werden sollte
Es war nur ein kleiner Aufruf.
Ein Reel auf Instagram.
1.243 Menschen haben es gesehen.
Ein einfaches Angebot.
Ich wollte Geschichten verschenken.
Eine Geschichte to go –
„Der pupsende Weihnachtsmann“ –
gedacht für Einrichtungen, die mit Kindern arbeiten.
Als kleines Geschenk.
Für ein Lächeln zwischendurch.
Um etwas Leichtes in einer oft schweren Zeit zu geben.
Die Idee war schlicht:
Wer Interesse hat, schreibt mir eine E-Mail –
und die Geschichten machen sich auf den Weg.
An keine Bedingungen geknüpft.
Mit keinem Gewinnspiel gekoppelt.
Ganz ohne Erwartung.
Es hat sich fast niemand gemeldet.
Und genau das beobachte ich schon lange –
nicht nur jetzt, sondern immer wieder.
Besonders im Buchmarkt und besonders bei Herzensprojekten.
Laute Aktionen werden gesehen.
Gekoppelt mit große Kampagnen und klaren Gegenleistungen.
Messbare Reichweite.
Leise Projekte dagegen verschwinden oft.
Nicht, weil sie nichts bewirken.
Sondern weil sie nichts fordern.
Warum leise Charity weniger Aufmerksamkeit bekommt
Echte Charity kann auch leise. Sie
- muss keinen Lärm machen
- keine Likes verlangen
- keine Teilnahmebedingungen setzen
- oder sich in Zahlen gießen lassen.
Sie sagt nicht: „Schau, was ich Gutes tue.“
Sondern: „Ich tue es – auch wenn niemand hinsieht.“
In einer Welt, die auf Sichtbarkeit trainiert ist,
geht genau das schnell unter. Nicht aus Absicht.
Sondern aus Gewohnheit.
Und doch sind es oft genau diese leisen Gesten,
die am tiefsten wirken.
Was dann passiert ist?
Ich habe die Geschichten nicht wieder eingepackt. Ich habe sie jedem Kind meiner Theater-AG geschenkt.
Einfach so. Als Weihnachtsgruß.
Einfach als kleines Dankeschön fürs Mitmachen, fürs Mutigsein, fürs Spielen.
Und eine befreundete Lehrerin hat sie ihrer Klasse überreicht.
Mitten im Schulalltag.
Ohne Kamera und Erwartung.
Sie hat es nicht in einem Post kundgetan.
Vielleicht war genau das ihr Weg.
Was KiWaBu trotzdem tut
KiWaBu ist kein Projekt für Applaus.
Dieser Verlag ist entstanden,
weil Kinder schreiben wollten.
Besonders, weil ihre Gedanken Raum brauchten.
Und weil ihre Geschichten mehr sind als nur Produkte.
Wir verschenken darum weiter. Genauso, wie wir weiter begleiten.
Wir ermöglichen Kindern nicht nur, ihre Geschichten zu erzählen. Diese gehen auch ab und an von Herzen als kleines Geschenk auf die Reise.
Nicht, um sichtbar zu sein, sondern, weil wir glauben, dass Geschichten tragen dürfen.
Tatsächlich fühlt sich dieser Weg manchmal einsam an.
Dann fragt man sich, ob man überhaupt jemanden erreicht.
Doch dann gibt es diese stillen Momente:
- ein Kind, das lacht
- eine Geschichte, die ein Herz öffnet
- ein leises Danke, das nicht öffentlich ist
Und plötzlich weiß man wieder, warum man angefangen hat.
Die Geschichten gibt es noch
Es gibt diese Geschichten übrigens noch.
Zwanzig kleine Päckchen stehen hier –
mit einer Geschichte,
einem Lesemagneten,
einem Luftballon
und einem kleinen Schokoweihnachtsmann,
liebevoll verpackt in einem Organzabeutel.
Sie warten nicht auf Nachfrage. Sondern auf den richtigen Moment und das richtige Projekt.
Und wenn du selbst gerade etwas Leichtes brauchst
Nicht jeder kann gerade Kinder beschenken.
Nicht jeder hat eine Einrichtung im Kopf.
Und nicht jeder ist in dieser Zeit voller Kraft.
Deshalb gibt es diese Geschichte auch
als kostenlosen Download.
Nicht als Ersatz oder Trostpflaster.
Sondern als Einladung.
Zu einem Schmunzelmoment.
Für ein kleines Innehalten. Für dich – einfach so.
Warum ich diesen Text schreibe
Nicht, um Vorwürfe zu machen oder um Enttäuschung abzuladen.
Sondern um Klarheit zu teilen.
Vielleicht dürfen wir wieder lernen, leise Gesten wahrzunehmen.
Vielleicht dürfen wir hinschauen, wenn jemand gibt, ohne etwas zurückzufordern.
Und vielleicht dürfen wir uns erinnern, dass Wert nicht immer laut ist.

Liebe Cirsten, liebe Katrin,
eure Worte zu lesen, berührt mich sehr. Zum einen, weil dein Artikel, liebe Cirsten, so warm, herzlich, liebevoll und augenöffnend geschrieben ist. Zum anderen, weil du, liebe Katrin, ihn genau zum richtigen Zeitpunkt mit deinem Sohn entdeckt hast.
Für mich ist es das Zeichnen. Mit meinen Bildern möchte ich Menschen erreichen, sie berühren und ihnen etwas mitgeben. Genau das hast du mit deinem Text bei mir ausgelöst. Dass der Verlag sich an Kinder richtet und ihnen damit eine „Stimme“, ein Gesicht, einen Raum für ihre Fantasien und eine kleine Bühne gibt, finde ich einfach wunderbar.
Liebe Cirsten, ich bin sehr dankbar, durch die TCS auf deine Seite gefunden zu haben.
Alles Liebe. Karina
Liebe Karina,
deine Worte zur Ausrichtung des Verlags gehen mir besonders nah. Kindern Raum, Stimme und eine kleine Bühne für ihre Fantasien zu schenken, ist mir ein echtes Herzensanliegen – und es berührt mich sehr, wenn das gesehen wird.
Und ja – es ist immer wieder schön, wenn sich Wege von Menschen kreuzen, deren Herzen gleich schwingen.
Von Herzen DANKE und alles Liebe
Cirsten
Liebe Cirsten,
ich schätze die leisen Dinge sehr. Das Lautstarke liegt mir nicht so. Leider wird oft das Lautere mehr wahrgenommen, obwohl es beim Geben eigentlich darum geht, aus vollem Herzen zu schenken und nicht, um gesehen zu werden.
Deinen Artikel habe ich mit großer Spannung gelesen. Immer wieder dachte ich still bei mir: Hoffentlich finde ich die Weihnachtsgeschichte noch, um sie lesen zu können. Glücklicherweise wurde mein Wunsch erfüllt!
Mein Sohn und ich haben sie dann zusammen gelesen. Ihm gefällt die Geschichte besonders gut, weil der Weihnachtsmann Dinge tut, die er selbst auch macht. „Die Geschichte ist cool!“, sagt mein Sohn. Und ich habe die Illustrationen sehr gemocht.
Ich stieß auf deinen Artikel genau am 24. Dezember. Du hast mir mit ihm und deiner Weihnachtsgeschichte ein sehr schönes Geschenk bereit.
Vielen Dank von Katrin
Liebe Katrin,
deine Worte haben mich sehr berührt.
Dass du die Geschichte gemeinsam mit deinem Sohn gelesen hast, bedeutet mir besonders viel. Und dass er sich im Weihnachtsmann wiederfindet – in diesen kleinen, selbstverständlichen Gesten – macht mich sehr glücklich. Genau dafür sind solche Geschichten da.
Ein wirkliches Glücksgefühl hat in mir ausgelöst, dass ihr die Weihnachtsgeschichte ausgerechnet am 24. Dezember gefunden habt. Und dein Kommentar ist nun ein Geschenk für mich.
Von Herzen danke
Cirsten