Es gab keinen einzelnen Moment, der dieses Motto ausgelöst hat. Kein großes Ereignis und keinen lauten Einschnitt.
Es war eher ein inneres Wahrnehmen, das Ende des Jahres 2025 begann. Das Gefühl, dass zu vieles gleichzeitig an mir zerrt, machte sich breit. Dass Entscheidungen warten, sich vieles verändert und Rollen sich lösen. Ich spürte, dass mein inneres Tempo nicht mehr zu dem passt, was von außen oft erwartet wird.
Ich habe gemerkt, wie viel Energie es mich kostet, ständig mitzuschwingen, mitzuhalten, mitzudenken. Und gleichzeitig wurde mir klar, dass ich 2026 nicht schneller werden möchte. Ich möchte stimmiger werden.
Aus dieser Eingebung heraus ist mein Jahresmotto entstanden.
In meinem Rhythmus.
Dieses Motto ist für mich weit mehr als ein schöner Satz zum Jahresanfang.
Es ist eine bewusste Entscheidung. Eine Haltung. Und ein leiser, aber klarer Neuanfang.
In diesem Beitrag teile ich, was hinter diesem Motto steckt und wie ich es 2026 ganz konkret leben werde.
Drei Ebenen, ein Rhythmus
Wenn ich sage „In meinem Rhythmus“, dann meine ich damit drei Dinge:
- Ich beginne neu, ohne mich zu erklären.
- Ich ordne meine Arbeit, meine Energie und mein Geld neu.
- Ich lebe diesen Rhythmus bewusst auf allen Ebenen meines Lebens.
Diese drei Ebenen greifen ineinander. Keine steht für sich allein. Keine lässt sich sauber trennen.
1. Ich beginne neu – ohne mich zu erklären
In meinem Rhythmus zu leben bedeutet für mich, die Aufmerksamkeit wieder nach innen zu richten. Ich möchte mich nicht bei jeder Entscheidung fragen, wie sie nach außen wirkt, sondern ob sie mich trägt und zu mir passt.
Ich habe gelernt, dass Klarheit leise sein kann. Sie entsteht nicht, indem ich alles ausspreche, was sich innen formt. Klarheit entsteht, wenn ich mich selbst ernst nehme.
2026 fühlt sich für mich wie ein Neuanfang an. Nicht, weil ich etwas hinter mir lasse oder mir gute Vorsätze gesetzt habe, sondern weil ich mich neu ausrichte. Ich gehe weg von dem, was erwartet wird. Und hin zu dem, was für mich stimmig ist.
Ich treffe Entscheidungen, die sich ruhig und richtig anfühlen, auch wenn der Kopf laut meckert. Und auch dann, wenn sie von meinem Umfeld nicht sofort verstanden werden.
Ich verabschiede mich von Rollen, die mir einmal gedient haben, aber heute nicht mehr passen. Und ich halte aus, dass nicht für jeden sofort alles klar sein muss – auch nicht für mich.
Mein Neuanfang darf leise beginnen – und dann klar in meinem Rhythmus geführt sein.
2. Ich ordne neu – mit Klarheit und Verantwortung
Neu zu ordnen bedeutet für mich nicht nur, effizienter zu werden. Es bedeutet auch, Verantwortung anders zu tragen.
Ich habe lange viel möglich gemacht. Viel gehalten. Viel parallel bewegt. Gerade im KiWaBu-Verlag. Durch meine lange Krebserkrankung habe ich ihn „laufen lassen“, weil ich die Kinder, die aktiv im Schreibprozess waren, nicht enttäuschen wollte. Dabei habe ich mich im Laufe der Zeit vom ursprünglichen Verlagskonzept entfernt. Da das Konzept „Kinder schreiben für Kinder“ arbeitsintensiver ist als das Verlegen von Büchern erwachsener AutorInnen, verrutschte der Ursprungsgedanke aus einem Verpflichtungsgefühl mir selbst und dem Verlag gegenüber. Völlig ohne Rhythmus.
2026 gehe ich bewusster mit dieser Verantwortung um. Ich frage mich nicht mehr zuerst, was machbar ist, sondern was wirklich tragfähig ist und passt. Das betrifft meine Arbeit ebenso wie meine Energie. Ich habe gelernt, dass Arbeit nie endet, Energie aber schon. Führung besteht also nicht darin, immer weiterzugehen, sondern darin, rechtzeitig zu begrenzen.
Also lasse ich Strukturen los, die mich binden, ohne Wirkung zu entfalten. Ich verabschiede mich von Aufgaben, die aus Gewohnheit oder aus einem Verpflichtungsgefühl heraus geblieben sind, und nicht aus Überzeugung.
Auch mein Umgang mit Geld gehört zu dieser Neuordnung. Nicht nur als Rechenaufgabe, sondern als Ausdruck von Klarheit. Geld zeigt mir sehr ehrlich, wo ich mich verzettele und wo meine Arbeit wirklich Wert schafft. Dort, wo viel Aufwand wenig trägt, werde ich aufmerksam. Und dort, wo Klarheit entsteht, folgt auch wirtschaftliche Stimmigkeit. Dieser Blick auf Geld ist kein Kontrollinstrument, sondern ein Spiegel. Er entspricht meinem Verständnis von Verantwortung. Ein Gedanke, den ich im Buch Selflove Millionaire von Wiebke Sommer sehr klar wiedergefunden habe, weil er Selbstführung, innere Klarheit und wirtschaftliche Verantwortung nicht trennt, sondern miteinander verbindet.
Entscheidungen sind nicht immer bequem. Darum fällt es mir manchmal schwer, sie zu treffen. Besonders, wenn Menschen von ihnen betroffen sind, die mir nahe sind. Entscheidungen können Erwartungen enttäuschen. Nicht nur die der anderen, sondern auch die eigenen. Ich möchte 2026 Dinge nicht mehr gleichzeitig tun. Es gibt auch Dinge, die ich bewusst gar nicht mehr tun werde.
Diese Art zu arbeiten schafft neuen Raum. Für Verlässlichkeit. Für Fokus.
Und für die Verantwortung, die ich trage, auch in meiner Rolle als Geschäftsleitung der Inno-Tec GmbH.
Diese Ordnung ist kein Rückzug. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass ich 2026 bewusst weitergehen kann und diesen Weg auch trage.
3. Ich lebe diesen Rhythmus – nicht nur im Arbeiten
In meinem Rhythmus zu leben endet nicht an meinem Schreibtisch. Mein Rhythmus zeigt sich im Alltag, in den Pausen und im Tempo, das ich mir erlaube. 2026 geht es für mich darum, diesen Rhythmus nicht nur zu denken, sondern ihn zu leben und ihn zu spüren. Nicht als Ideal, sondern als Praxis.
Ich nehme mir bewusst Zeiten, in denen ich nicht produktiv werden muss. Das sind die Zeiten, in denen ich nicht funktioniere, sondern wahrnehme. Denn ich habe im letzten Jahr gelernt, dass sich mein Leben nicht leichter anfühlt, wenn meine Arbeit dauerhaft zu eng wird.
Ich höre genauer hin, was mir guttut, genauso wie auf das, was mich aus dem Gleichgewicht bringt. Ich nehme ernst, wenn mein Körper langsamer wird. Und manchmal braucht mein Kopf mit seinen vielen Ideen einfach Raum.
Bedeutet das Stillstand? Nein!
Dieser Rhythmus bedeutet, mein Leben in meinem Takt zu gestalten. Das zählt beim Arbeiten genauso wie im Alltag. Er erlaubt mir, mit mir in Kontakt zu bleiben, auch dann, wenn es im Außen unruhig wird. Und er erinnert mich daran, dass Freude kein Nebenprodukt ist, sondern ein Maßstab. So entsteht ein Leben, das nicht perfekt ist, aber stimmig. Mein Leben, das nicht auf Dauerleistung basiert, sondern auf Präsenz, Klarheit und Vertrauen.
Aus diesem Rhythmus heraus entsteht auch mein Wunsch, Räume für die Stimmen zu öffnen, die nicht lauter werden müssen, um gehört zu werden. Vielleicht ist es genau deshalb so stimmig für mich, Kinder schreiben zu lassen und ihnen Zeit zu geben, Vertrauen in ihre eigene Stärke zu finden. Nicht, um ein Buch zu produzieren, sondern um ihnen zu ermöglichen, sich auszudrücken. Weil sie beim Schreiben in ihrem eigenen Rhythmus wachsen dürfen.
Und jetzt?
Dieses Motto ist für mich kein guter Vorsatz. Es ist eine Haltung, die mich durch 2026 begleiten wird. In meinen Entscheidungen sowie in meiner Arbeit. Und in meinem Alltag.
Ich weiß heute:
Ich muss nicht alles gleichzeitig klären und schneller werden. Ich darf stimmig bleiben.
In meinem Rhythmus.
Wenn du mich 2026 dabei begleiten möchtest, wie ich diesen Weg Schritt für Schritt mit Klarheit, Verantwortung und Raum für Entwicklung gehe, dann lade ich dich ein, mit mir verbunden zu bleiben. In einem Tempo, das mich und vielleicht auch dich trägt.
Begleite mich durch 2026.
Ob auf Instagram oder hier im Blog. Ich freue mich, wenn du mitgehst.
